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Sohn-tremors

Review: SOHN – Tremors

Der klingt doch very british dachte ich beim ersten Hören eines Songs von Christopher Taylor. Taylor zog vor längerer Zeit aus seiner Heimat London nach Wien, kann aber seine Wurzeln weder in seiner Musik, noch im Gesang leugnen. Mit Oscillate veröffentlichte SOHN in 2012 den Song auf Soundcloud, der seine Karriere begründete. Im gleichen Jahr erschien auch noch die EP “The Wheel”. 

Nach einer Single und diversen Remixen erschien am 07.04.2014 sein erstes Album. “Tremors” wirkt auf mich wenig erschütternd, sondern kann mit schöner elektronischer Musik beeindrucken. Das Intro zum Track “The Wheel” wirkt im ersten Moment wie eine Hommage an James Blake, fängt sich dann aber zu einer für Blake viel zu fröhlichen Nummer mit verspielten Synthie-Melodien.

Post-Dubstep sagen manche, andere  sagen Indie Electronica. Aber wozu so festlegen, wenn doch die Musik schon so minimalistisch ist, dass mit liebevoller elektronischer Musik alles gesagt ist. Paralysed, mein Favorit vom Album packt mich mit einfachen Moll-Akkorden am Piano und Hintergrundrauschen, dass durchaus als völlig ausreichende Rhythmusgruppe funktioniert. Auf clubtaugliche Remixe und Edits von Fool freue ich mich schon jetzt. Gleiches gilt für den Titeltrack der LP. Ich warte auf mehr.

Sohn-tremors Titel: Tremors
Artist: SOHN
Release: 07.04.2014
Genre: Electronic
Label: 4ad
Urteil: 4,0 von 5,0
Kurz: Liebevoll, britisch, elektronisch.
Review: Fettes Brot – 3 Is ne Party

Review: Fettes Brot – 3 Is ne Party

Fettes Brot 3 is ne Party Cover

Vor etwa 1,5 Monaten erschien mit “3 Is Ne Party”. Eine erneute komplette Kehrtwende der drei Hamburger Rapper von Fettes Brot. Die gewöhnungsbedürftige Version von “Jein 2010″ brachte mich etwas ins Zweifeln, was sich drei weiteren Jahren noch entwickelt haben könnte.

“Wir sind Brot. Widerstand ist zwecklos.” – (Fettes Brot 2013)

Eine kreative Trennungspause der Band, etwas Abstand vom vergangenen Album und insgesamt 6 Wochen Zeit, mich in das neue Album einzufinden haben gereicht, um zu einer Entscheidung zu kommen. Fettes Brot sind zurück, zumindest auf Probe.

Woran mache ich das fest?

Aus der kleinen Hamburger-Kombo wurden in ihrer Szene vor vielen Jahren Idole, aus Idolen wurden Popstars. Nun gibt der aktuelle Album-Titel den Ton an. Es geht um Party, gute Laune und dennoch einen kritischen Blick auf die Geschehnisse in Deutschland und der Welt. Im Track “Wackelige Angelegenheit” könnte man ihnen unterstellen, wenn auch unbewusst, den Zustand ihrer Existenz oder zumindest die ihren Umgang in den vergangenen Jahren zu besingen. Ansonsten geht es um Musik, Liebe, Feiern, Freunde und Klamauk. Davon gerne auch etwas zuviel. Ist aber okay. Konfetti ist ja schon in der CD-Hülle zu finden.

Ziemlich gekürzt aber für einen ersten Eindruck über das Album ist dieser 17 minütigen Zusammenschnitt diverser Albumtracks.

FettesBrot.de | Fettes Brot auf Facebook

Review: Momentum On-Ear Kopfhörer & Verlosung Stil vor Talent Festival

Review: Momentum On-Ear Kopfhörer & Verlosung Stil vor Talent Festival

Quelle Bild: Sennheiser.com

Sollte ich mich jemals einer Sammelwut völlig hingeben, dürften es gute Kopfhörer werden. Für ein Museum reicht es selbstverständlich noch nicht, dabei wäre das doch ein sehr erstrebenswertes Ziel. Der Momentum On-Ear ist der neueste Zugang in dieser Sammlung.

Die Idee der Momentum Kopfhörer wurde gemeinsam mit Fotografen und Fashion-Bloggern entwickelt und umgesetzt. Auffällig sind das Design, sowie die verschiedenen Farbstufen in denen man den Kopfhörer bestellen kann. Am Ende zählen aber die Komfortabilität, der Klang und die Transportfähigkeit des Kopfhörers.

An den Bügeln, zu sehen im Bild zum Artikel, lassen sich die Ohrmuscheln leicht auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. Die Kabelführung wird dabei auch nicht gestört. Das weiche Polster ist nach einigen Tagen Nutzung bequemer, als die glatte Plastikoberfläche der Ohrmuscheln am geliebten HD-25.

Mit der iRemote lassen sich iPads und iPhones und die Freisprecheinrichtung der Kopfhörer ziemlich simpel und intuitiv steuern. Ein Kabel für reguläre Anschlüsse, ohne Fernbedienung, liegt dem Kopfhörer bei.

Fazit: Mir fehlt im gesamten Klang des Kopfhörers der Bass, doch der gesamte Klang des Kopfhörers, der prima mit Musik, Gesprochenem und Hörspielen prima zurecht kommt, überwiegt. Der restliche Härtetest eines Kopfhörers in meinen Händen braucht sicherlich Zeit und ein paar Ausflüge in den Urlaub und in Rucksäcken und Reisetaschen.

Verlosung: 1 x 2 Tickets
“Stil vor Talent”-Festival 2013

Am 08. September 2013 wird ab 12 Uhr beim “Stil vor Talent”-Festival an der Rummelsburger Bucht in Berlin das Tanzbein geschwungen. Unter anderem werden Lexy & K-Paul, Oliver Koletzki, Wankelmut und viele mehr auftreten. 1 x 2 Tickets stehen hier bis zum 04.09.2013 zur Verlosung.

Um an der Verlosung für die Tickets teilzunehmen, genügt es hier unter dem Beitrag bis zum 04.09.2013 um 23:59 Uhr einen Kommentar zu hinterlassen und dabei nett zu lächeln. Die NSA sieht alles. Ausgelost wird von Mrs. Zufall. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Disclaimer: Die Momentum On-Ear Kopfhörer und die Tickets für das “Stil vor Talent”-Festival wurden mir freundlicherweise von Sennheiser zur Verfügung gestellt.

Review: Schlachthofbronx – Dirty Dancing

Review: Schlachthofbronx – Dirty Dancing


Seit dem Debüt der Münchner Kombo Schlachthofbronx sind nun gut 3 Jahre vergangen. Während ich als Ruhrgebietler zwar Begrifflichkeiten wie den Münchner Schlachthof am Rande wahrgenommen, aber nie konkret mit Bildern oder sonstigen Eindrücken hätte verbinden können, kam zunächst einmal die berechtigte Frage: “Wozu dieser Name?” –  Wirklich dahinter gekommen bin ich bis heute nicht. Schlachthofmusik, sofern es solche überhaupt gibt, wäre sicherlich zuweit gegriffen, dennoch sind die elektronischen Beats auch eher weniger von Chillout-, oder ambienten Faktoren geprägt. Eins dürfte in den letzten Wochen und Monaten jedoch klar geworden sein. Der Name der Kombo dürfte, zumindest bei der internationalen Presse, für einige Zungenbrecher gesorgt haben.

Nach vier EP’s auf Labels wie Mad Decent, Mixpak und Man Recordings folgt nun mit “Dirty Dancing” also eine neue LP. Dreckige Tanzmusik also. Womit wir wieder bei der schwierigsten Frage aller Musikfragen wären, der Genrefrage. Dancehall wäre in erster Linie weniger dreckig, eklektische Tanzmusik viel zu untertrieben und die simplifizierte “Beschränkung” Bassmusik würde bei vielen sicher negativer und generalisierender ankommen, als erwünscht. Ein Mix aus diesen drei Faktoren dürfte auf “Dirty Dancing” aber zutreffen.Der Opener “Slowine”, sowie “Dickie Riddim ft. Warrior Queen” machten ja vorab schon gehörig die Runde. Wobei in den Hördurchgängen Tracks wie “Every Day Of The Week” oder “Copenhagen” in kürzester Zeit ihren Weg in meine tägliche Playlist gefunden haben.

Dirty Dancing hat Clubpotential und wird auch nur an wenigen bassfreundlichen Heim-Subwoofern vorbeikommen. Dennoch hoffe ich, die Münchener schieben sich in absehbarer Zeit mal wieder mit ein paar bayrischen Beats a la “Schorschl Take 3″ in mein Herz.

Tracklist:

01 Slowine
02 No Es Un Juego ft. Doubla J
03 Agwaso
04 Touch Your Toes ft. Natalie Storm
05 Apizaco
06 That G-String Track
07 One Hand ft. Puppetmastaz & Doubla J
08 Singstar ft.Gnucci Banana
09 Waistline
10 Dickie Riddim ft. Warrior Queen
11 Every Day Of The Week ft. DJ Assault
12 Copenhagen

Schlachthofbronx – Slowine/Dickie Riddim ft. Warrior Queen (Official Video) | Schlachthofbronx.com

Rückblick: Lauryn Hill – 28.01.2012 Mülheim

Gestern stand neben einer wahnwitzigen Auto-Tour durch das Ruhrgebiet, ein Konzert-Termin an, auf den viele Menschen sicherlich länger und intensiver gewartet haben als ich. Nach einigem Zahlengekloppe komme ich, denke ich auch noch zu den eigentlichen Fakten des Abends.

13 Jahre ist es her, dass Lauryn Hill ihr erfolgreichstes Album “The Miseducation of Lauryn Hill” veröffentlicht hat, 10 Jahre dauert ihre Babypause. Das Jahr 2012 ist erreicht und die Ex-Sängerin der Rap-Crew The Fugees macht sich für zwei Konzerte auf nach Deutschland.

Angekommen in der RWE Sporthalle in Mülheim, feuerte gegen 20:30 DJ Rampage die Massen mit einem Hip-Hop Set an und forderte dazu auf, die großartige Miss Hill zu feiern und zu zelebrieren. Mit Pelz und Klunkern ließ sich Miss Hill gegen 21:40 von ihrer Security auf die Bühne begleiten.

Der Einstieg der Bühnenshow von Miss Hill’s Band wurde zelebriert durch eine Spacerock Interpretation des Fugees-Songs “Killing Me Softly”, der in seinem überladenen Sound die gut gefüllte RWE Sporthalle nur wenig in Wallung zu bringen vermochte.


Die eigentliche Klassiker wie “Fu-Gee-La” oder “Doo Wop” wirkten wie kleine punktierte Beweise dafür, dass Miss Hill ihre Stimme nach wie vor zu gebrauchen weiß. Cover Songs wie Stevie Wonders “Master Blaster” oder Bob Marleys “Could You Be Loved” verpassten dem Abend eine sentimentale, im wesentlichen auf “gute alte Zeiten” verweisende Note. Hätte Miss Hill ihre Band nicht konstant dazu aufgefordert, mit mehr Energie und lauter zu spielen, hätte man es auf die Qualitäten des Tonmischers, oder die der Band schieben können.

So verbleibe ich leider mit dem Gefühl, dass dieses Konzert eher ein Selbstversuch war, ob die eigene Musik noch wirkt. Andernfalls lässt sich nur schwer erklären, warum man nach rund 13 Jahren ohne neues Release auf Tour geht und versucht durch schneller, höher weiter zu punkten.



Star Wars: Original Trilogy Bonus Podcast

Der Nerdsonntag ist gerettet. Den Filmjunks sei Dank, gibt es einen sehr hörenswerten Podcast, der sich mit der originalen (wirklich guten) Star Wars Trilogie befasst. Auf Bandcamp gibt es die erste Episode des Star Wars: Original Trilogy Bonus Podcast als Stream, sowie für einen kleinen Obolus zu kaufen.

“The second part of our Star Wars Special. This time we revisit Star Wars Episodes 4 through 6, discuss their merits and compare them to the prequels.”

Die Jüngeren unter uns, die sich eher auf die Prequels, also die neuen Episoden 1-3 stürzen möchte, dürfen beruhigt sein. Auch hier verschaffen die Filmjunks Abhilfe. Die Episode Star Wars: The Prequels Bonus Podcast ist ebenfalls online und auf Bandcamp verfügbar.

Ein paar Gedanken zu Lou Reed & Metallica

Warum bringen bereits vollends therapierte Heavy Metal Musiker, kurz nach ihrer vollständigen Abstinenz ein Album mit einem der Gründungsmitglieder von The Velvet Underground heraus? Während Reed bereits in den 60er Jahren mit The Velvet Underground und Nico startete, ließen Metallica mit ihrem Debutalbum noch ganze 14 Jahre auf sich warten.

Diese Fakten wirken vorerst akut uninteressant, da das kürzlich veröffentlichte Album mit dem vielsagenden Titel “Lulu” weder etwas mit den Anfängen von Metallica, noch mit den populären musikalischen Gehversuchen des Lou Reed der 60er zu tun hat.

Keineswegs möchte ich versuchen, hier einen Abriss über die musikalischen Entwicklungen der einzelnen Interpreten zu verfassen. Das sollen doch bitte diejenigen tun, die sich mit ihrem Studium, “zertifiziert” für solche Aufgaben qualifiziert haben. Eher möchte ich ein paar Gedanken daran verschwenden, was das Durchhören dieser LP mit mir gemacht hat.

“Denn das medial viel beachtete Werk, das allein durch seine bloße Ankündigung für Wirbel sorgte, ist selbst für treue Fans eine Prüfung. Es ein Mal zu Ende zu hören ist eine Qual, es ein zweites Mal zu versuchen, unvorstellbar.”

- Zeit.de

Während einige journalistische Pole Parallelen zu den Veröffentlichungen von US-Journalisten und Autoren wie Hawkings ziehen, sehe ich das Drumherum eher als schlichte Ausgeburt zweier altgedienter Künstlergruppen, die eben Angst vor ihren jungen, engagierten (engagiert = begünstigt vermarktet durch Labels und Produzenten) Konkurrenten haben. Bands die ihr Leben, den Alltag und das Gemeinsame im gesamten Verlauf einer Plattenproduktion teilen sind mittlerweile eine ähnliche Rarität, wie die “Hey Jude” LP der Beatles.

Es braucht für mich sicherlich noch einige Zeit, bis ich das Release “Lulu” als unemotionale Publikation, zweier musikalischer Wegbegleiter meinerseits sehen kann, bis dahin möchte und werde ich kein festes Urteil formulieren.

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