Wie wesentlich bei Webdiensten ein Finanzierungsmodell ist, allerdings auch die Verteilung an diejenigen die etwas dazu beitragen, sieht man recht deutlich am derzeit auch von mir stark beobachteten App.net. Alle Nutzer, die die Inhalte von mehr als 40 Nutzern verfolgen möchten, müssen Zahlen. Derzeit umgerechnet 36€ pro Jahr. Entwickler zahlen mehr für ihren Account und unter den besonders erfolgreichen mobilen Anwendungen des Dienstes, wird ein Beitrag verteilt, der viele Programmierer von erfolgreichen Anwendungen jetzt an den Schritt herangeführt hat, diese kostenlos anzubieten.

Darren Hemmings spricht in seinem Artikel “Soundcloud needs to make its move – and soon” einige nicht unwichtige, im wesentlichen aber die wirtschaftlichen Probleme, des häufig fälschlicherweise als Musikdienst titulierten Soundcloud an. Hemmings beschreibt die derzeitige Situation als Identitätskrise:

I think Soundcloud has an identity crisis of sorts. They’re a music service, but not a dedicated one (evidenced by a very noticeable shift in terminology from “music” to “sound” and an emphasis on found sounds, Soundcloud Voices etc).

Der häufigste Anwendungsfall von Soundcloud ist der, des Musikdienstes und der Promotions-Plattform für Künstler, Labels und vor allem DJs. Soundcloud ist aber eben auch ein soziales Netzwerk, dass sich völlig unabhängig von anderen Netzwerken in Gruppen, über ein internes Nachrichtensystem und über private Dateifreigaben an Kontakte oder über geheime Links auch an gezielte Gruppen richtet.

They’re also a marketing platform, but not a closed, dedicated one in the manner of something like Topspin or Cash Music. Soundcloud always presented itself as a social network, but I think the reality is that the social element only really kicked in with the recent relaunch.

Die Finanzierung von Soundcloud erfolgt derzeit nicht offensichtlich über Werbung, sondern über die Beiträge für die jeweiligen Accounts und über das je nach Zahlungsmodell variierende Volumen. An dieser Stelle zahlen nur diejenigen, die auch aktiv etwas zum Netzwerk, der Plattform und somit zu Soundcloud als Produkt beitragen. Ob ein Zahlungsmodell wie das von App.net, bei dem auch die Nutzer für ihre Accounts zahlen, für Soundcloud funktionieren könnte sei dahingestellt. Spotify fährt gut mit dem Premiummodell und dennoch ist und bleibt Soundcloud kein Musikdienst, sondern ein Online-Speicher für auditive Medien, mit einem angehängten sozialen Netzwerk.

So exactly what space do they occupy? Right now it feels vague, as if they’re a bit of this and a bit of that.

Kein wirklicher Entschluss, kein Ratschlag, bloß ein paar Gedanken die mir kamen, als ich den Artikel von Hemmings
las, den ich hiermit noch einmal empfehle.

(via MrTrick.net)

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